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Hamburg, den 17.12.2001

Redaktionen: Umwelt/Politik/Wirtschaft

Massentierproduktion einer der Hauptschuldigen am Waldsterben

Waldschäden auf dramatisch hohem Niveau

Stickstoffemissionen, die den Wäldern in Mitteleuropa am stärksten zusetzen, stammen zur Hälfte aus der landwirtschaftlichen Tierproduktion. Diese Tatsache ist von der Bundesregierung bisher vertuscht worden. Aber auch die für die Wälder zuständige Verbraucherschutzministerin Künast hat den Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und Waldsterben bislang nicht in den Vordergrund gerückt. Dabei wäre dies ein weiteres starkes Argument für die dringende Ökologisierung der Landwirtschaft.

Knapp zwei Drittel (64 %) der deutschen Waldflächen weisen erkennbare Schäden auf. Das ergibt der diesjährige, heute von der Bundesregierung veröffentlichte Waldschadensbericht. Damit liegt das Waldschadensniveau weiterhin erheblich über den Werten der 80er Jahre, als das Thema Waldsterben noch in aller Munde war. Im waldreichen Süddeutschland haben die deutlichen Schädigungen in den Baumkronen im Vergleich zum Vorjahr noch weiter zugenommen, in Baden-Württemberg sogar um zehn Prozentpunkte.

Nachdem der Schwefelausstoß in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich reduziert wurde, sind die Stickstoffemissionen zum Hauptfaktor geworden, der das Waldökosystem an den Rand des Kollapses bringt. Etwa 1,6 Millionen Tonnen Stickoxide - vor allem aus dem Verkehrsbereich - und 0,6 Millionen Tonnen der Stickstoffverbindung Ammoniak - fast ausschließlich aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung - werden jährlich in die Luft emittiert. Doch diese Art der Mengenangaben lassen den Anteil der Viehwirtschaft an den Schadstoffemissionen gering erscheinen. Tatsächlich aber trägt die Landwirtschaft mit 48 Prozent sehr viel mehr Stickstoff in die Atmosphäre als der Verkehrsbereich mit knapp 32 Prozent.

Dies realitätsnähere Bild ergibt sich, wenn nur der eigentlich schadauslösende Stickstoffanteil der Verbindungen Ammoniak und Stickoxid in die Berechnungen einfließt. Aber diese Darstellung ist im Landwirtschaftsministerium bislang nicht gewollt gewesen. ROBIN WOOD fordert die Ministerin Künast auf, die mittlerweile stagnierende Ökologisierung der Landwirtschaft auch mit dem Argument ,Waldsterben' vorwärts zu bringen.

"Doch auch wenn es längst an der Zeit ist, die fatale Rolle der Landwirtschaft beim Waldsterben zu verdeutlichen, der Verkehrsbereich ist damit keineswegs aus der Schusslinie", so Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD. "Denn neben den Stickstoffemissionen sind die Abgase aus dem Straßenverkehr auch noch hauptverantwortlich für die allsommerlich hohen Ozonwerte, die ebenfalls den Baumkronen stark zusetzen. Ganz zu schweigen von dem hohen verkehrsbedingten Kohlendioxidausstoß, der der Klimakatastrophe erheblichen Vorschub leistet."


Rudolf Fenner, Waldreferat

Hier finden Sie eine ausführliche Tabelle und eine Grafik über die aktuellen Stickstoffemissionen und -quellen in Deutschland. (Auf Wunsch per Fax)

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

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