Berlin, 31.1.2005
Redaktionen: Wirtschaft/Umwelt
Atomenergie bleibt todsicher
Morgen beginnt die Wintertagung des Deutschen Atomforums in Berlin /
ROBIN WOOD fordert einen vernünftigen Energiemix mit 0 Prozent Atomstrom
Anlässlich der morgen in Berlin beginnenden Wintertagung des Deutschen
Atomforums hat ROBIN WOOD die Forderung nach einem sofortigen Atomausstieg
bekräftigt. ROBIN WOOD kritisiert, dass die Energiekonzerne die Produktion
von Atomstrom auf Kosten der Sicherheit noch weiter gesteigert haben.
Die Atomkonzerne kommen Dienstag und Mittwoch im Maritim-Hotel zusammen,
um sich selbst zu feiern und Werbung pro Atomkraft zu machen. Als
wesentliches Argument für den Weiterbetrieb der AKW führen sie an, ihre
Kraftwerke seien 2004 noch länger am Netz gewesen als im Jahr zuvor und
hätten noch mehr Atomstrom produziert.
Für die Umwelt ist das ein Desaster - allein schon wegen der Tonnen an
Atommüll, die die Meiler in 2004 produziert haben und für die es kein
Endlager gibt. Außerdem verschweigen die Konzerne, dass die hohe
Produktionsleistung auf Kosten der Sicherheit geht. So hat es in den 18
deutschen Atomkraftwerken während der ersten drei Quartale des vergangenen
Jahres 114 meldepflichtige Störfälle gegeben. Allein im Pannen-AKW
Brunsbüttel waren es 15.
Ein erheblicher Anteil der Störfälle ist hausgemacht - zurückzuführen auf
Schlampereien, die im Umgang mit hochradioaktivem Material tödliche Folgen
zeitigen können. Fehler bei der Bedienung, Wartung, Reparatur oder
Instandhaltung waren laut Bundesamt für Strahlenschutz die Ursache für 17
Prozent aller Störfälle in 2003. Erst vergangene Woche hatten Fachleute
der sicher nicht atomkritischen Internationalen Atomenergiebehörde
gravierende Mängel beim Sicherheitsmanagement des von EnBW betriebenen
Meilers Philippsburg II festgestellt. Der Ausbildungsstand der
MitarbeiterInnen ist dem Bericht zufolge unzureichend und der
Arbeitsschutz liegt unter dem europäischen Durchschnitt.
Trotz dieser offensichtlich gravierenden Mängel verstärken Betreiber und
Überwachungsbehörden die Sicherheitsvorkehrungen nicht. Das Gegenteil ist
der Fall: Personal wird abgebaut, Arbeitsschutzmaßnahmen werden missachtet
und die Revisionszeiten verkürzt.
"Die Energiekonzerne produzieren Atomstrom auf Teufel komm raus.
Hauptsache, die Kasse klingelt. Die Sicherheit bleibt dabei auf der
Strecke", kommentiert Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN
WOOD.
Auf die Frage, welche Rolle die Atomenergie im künftigen Energiemix
spielen soll, gibt ROBIN WOOD daher eine klare Antwort: Keine!
Kontakt:
Bettina Dannheim, Energiereferentin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Fotos von der Aktion am 1.2.2005