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8. Februar 2006

* Redaktionen: Aktuelles / Umwelt

Sicher ist nur das Risiko

Die Atomlobby trifft sich heute bei der Wintertagung des Deutschen Atomforums / ROBIN WOOD fordert umweltfreundlichen Energiemix ohne Atomstrom

ROBIN WOOD hat heute die Forderungen der Atomlobby nach Laufzeitverlängerungen für die Atommeiler in Deutschland scharf kritisiert und den sofortigen Atomausstieg gefordert. Eine sichere und umweltfreundliche Stromversorgung könne nicht mit Atomenergie, sondern nur durch den Ausbau Erneuerbarer Energien erfolgen. Das bekräftigt ROBIN WOOD anlässlich der Wintertagung des Deutschen Atomforums, die heute in Berlin beginnt. ROBIN WOOD ermuntert alle KundInnen der Atomstromkonzerne, ihnen die Quittung für ihre verantwortungslose Politik zu geben und zu einem Öko-Stromanbieter zu wechseln.

Seit sich im vergangenen Sommer abzeichnete, dass die politischen Karten in Deutschland durch eine vorgezogene Bundestagswahl neu gemischt werden, ist die Atom-Lobby besonders rührig und macht Stimmung für Laufzeitverlängerungen und sogar Neubauten von Atomkraftwerken. Die Unterstützung aus der Politik ließ nicht lange auf sich warten. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger (CDU), schlug vor, die Entscheidung über die Laufzeiten der Atomreaktoren zur Ländersache zu machen; dann könnte er nämlich verhindern, dass der Schrottreaktor Neckarwestheim in dieser Legislaturperiode vom Netz geht. Und sein hessischer Kollege Roland Koch (CDU) begeisterte sich in Presseinterviews für den Bau neuer Reaktoren. Das Atomforum lud ihn nun prompt als Redner zu seiner diesjährigen Tagung ein.

Koch argumentiert, Deutschland würde durch Atomenergie angeblich von Rohstoffimporten unabhängiger. Tatsächlich aber ist die europäische Atomindustrie auf Uran-Importe aus Ländern wie Kanada, Namibia, Niger, Russland, Kasachstan und Usbekistan angewiesen. Nach heutigen Schätzungen reichen die wirtschaftlich nutzbaren Vorräte noch zirka 40 Jahre. Der Preis für ein Pfund Uran-Erz hat sich seit 2001 bereits vervierfacht.

"Uran ist ein Rohstoff, der in wenigen Jahrzehnten verbraucht sein wird und auch aus Krisenregionen dieser Welt stammt. Wer sich um die sichere Energieversorgung von morgen sorgt, sollte schnellstmöglich auf die unendlichen, heimischen Energiequellen Sonne, Wasser, Erdwärme und Wind setzen", sagt Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Der hessische Ministerpräsident Koch wirbt außerdem - mit Verweis auf steigende Stromkosten - für den vermeintlich billigen Atomstrom. Wer nun glaubt, seine Stromrechnung würde künftig niedriger ausfallen, wenn Koch sich mit seinen Atomplänen durchsetzt, irrt. Das Bundesland Hessen übertrifft schon jetzt mit einem Atomstromanteil von knapp 60 Prozent den Bundesdurchschnitt von 28 Prozent bei weitem. Billiger als in anderen Bundesländern ist der Strom in Hessen deswegen aber nicht. Und Harry Roels, Chef des Energiekonzerns RWE, der in Hessen die AKWs Bilblis A und Biblis B betreibt, hat weiter steigende Strompreise angekündigt - trotz der Rekordgewinne seines Unternehmens.

"Eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten würde den Atomkonzernen jedes Jahr Milliarden Gewinne in die Kassen spülen", so Dannheim. "Die Stromkunden aber haben dadurch nichts als Nachteile: hohe Strompreise, wachsende Atommüllberge und ein noch größeres Risiko atomarer Unfälle."

Welche immensen Gefahren von der Atomenergie ausgehen, hat die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gezeigt. 2006 jährt sich diese Katastrophe zum 20. Mal. Doch davon ist - wen wundert's - im Programm der Wintertagung mit keinem Sterbenswörtchen die Rede.


Kontakt:
Bettina Dannheim, Energie-Referentin, Tel. 040 / 380 892 21, energie@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de

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AktivistInnen von ROBIN WOOD werden sich an den Protesten gegen die Tagung des Atomforums beteiligen.
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