Aktualisierung: 22. Januar 2007
Das Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder hat die Fällung der Alleebäume auf
der Kreisstraße K 6005 im Landkreis Barnim jetzt vorläufig gestoppt. Damit
folgte es einem Antrag der Grünen Liga und des BUND. Die
UmweltschützerInnen hatten u.a. argumentiert, dass das Landesumweltamt als
obere Naturschutzbehörde für Befreiungen vom Alleenschutz zuständig sei,
wenn es nicht allein um die Bäume, sondern auch um den Artenschutz gehe.
Tatsächlich hatte aber nicht das Landesumweltamt, sondern der Landkreis
Barnim entschieden, dass die Ahornallee gefällt werden dürfe. Diese
Entscheidung war daher nach Ansicht des Verwaltungsgerichts rechtswidrig.
Der Landkreis hat nun zwei Möglichkeiten:
- Er kann gegen diese Entscheidung Beschwerde beim
Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.
- Der Landkreis kann seinen Bescheid zurücknehmen. Das
Landesumweltamt müsste dann das Verfahren komplett neu durchführen.
ROBIN WOOD wird das weitere Vorgehen beobachten und sich dafür
einsetzen, dass die Allee nicht gefällt wird.
die ursprüngliche Pressemitteilung
Rüdnitz, 2. Januar 2007
Ressorts: Verkehr/Umwelt
gemeinsame Pressemitteilung GRÜNE LIGA Brandenburg und ROBIN WOOD
Baumbesetzung gegen Alleenrodung
Aus Protest gegen die geplante Rodung einer der schönsten und
weitgehend intakten Ahornalleen im Land Brandenburg haben Aktivistinnen
der Umweltorganisationen ROBIN WOOD und der GRÜNEN-LIGA Brandenburg
heute morgen vier Alleebäume an der Danewitzer Straße in Rüdnitz
nordöstlich von Berlin besetzt. Sie fordern den Erhalt der über 700
vitalen Alleebäume. Mit ihrer unbefristeten Aktion setzen die
Umweltschützerinnen die am 12. Dezember durchgeführte
Baumbesetzungsaktion der Forstwirtin Katharina Tomaschek fort.
Die 726 Ahornbäume an der knapp fünf Kilometer langen Kreisstraße K
6005 sollen weichen, weil der Landkreis Barnim diese Straßenverbindung
zwischen Rüdnitz, Danewitz und der Landesstraße L 29 auf 5,50 m
verbreitern will. Dies würde einen erheblichen Eingriff in den Natur-
und Landschaftshaushalt bedeuten. Wenn diese Allee zerstört werden
sollte, droht das Barnimer Modell allerorts Schule zu machen. Das
Verschwinden weiterer Alleenbestände in Brandenburg wäre damit
vorprogrammiert.
Rund 2,5 Millionen Euro, mehrheitlich EU-Fördergelder, sollen für diese
vergleichsweise gering frequentierte Straße ohne Rücksicht auf
bestehende Naturschutzgesetze verbaut werden. Dabei gibt es
kostengünstigere Planungsalternativen für die Sanierung der Straße bei
gleichzeitigem Erhalt der Bäume. Ein entsprechendes Gutachten eines
renommierten Planungsbüros liegt dem Kreis seit mehr als sechs Wochen
vor.
Über 1200 Bürgerinnen und Bürger aus der Region forderten die
Kreisverwaltung Barnim in einer Unterschriftenaktion auf, im Zuge der
Sanierung der K 6005 einen Ausbau zu realisieren, bei dem alle 726
Alleebäume erhalten bleiben. Insgesamt votierten 82 Prozent der
Befragten für den Erhalt der Allee. Die GRÜNE-LIGA Brandenburg geht
gegen die vom Landkreis Barnim erteilte Fällgenehmigung gerichtlich vor
und hat kürzlich vorbeugenden Rechtsschutz beantragt.
Für Rückfragen können Sie sich gern an uns wenden:
Stefan Stahlbaum, GRÜNE-Niederbarnim
Dr. Andreas Steiner, GRÜNE-LIGA
Hanna Poddig, ROBIN WOOD
Rudolf Fenner, ROBIN WOOD-Pressestelle, 040 / 380 892 22, wald@robinwood.de
Das Gutachten des Planungsbüros Dr.-Ing. Ditmar Hunger kann hier eingesehen werden.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bar-blog.de und www.gruene-niederbarnim.de.