Heiligendamm, 30. Mai. 2007
ROBIN WOOD-Aktion gegen G8
Je zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen sind heute Mittag in Bad Doberan und in
Hinter Bollhagen auf den Zufahrtsstraßen nach Heiligendamm auf Bäume
geklettert und haben Banner mit dem Slogan "Gemein vergnügen, statt
allgemein verfügen" quer über die Straße gespannt. Mit ihrer Aktion wollen
sie andere Menschen ermutigen -- trotz aller Grundrechtseinschränkungen
durch die Polizei -- öffentlich am Ort des Geschehens gegen den
anstehenden G8-Gipfel zu demonstrieren und zu zeigen, dass sie die Politik
der mächtigsten Staats- und Regierungschefs dieser Welt ablehnen.
Der Tagungsort in Heiligendamm ist mit einem etwa zwölf Kilometer langen
Sperrzaun abgeriegelt, der heute geschlossen wurde. Außerdem hat die
Polizei das Demonstrationsrecht ab heute großräumig außer Kraft gesetzt.
Inwieweit dies rechtens ist, darüber wird vor Gericht noch gestritten. Die
Allgemeinverfügung der Polizeidirektion Rostock sieht ein
Versammlungsverbot für eine Fläche von 40 Quadratkilometern in und um
Heiligendamm sowie auf dem Gebiet um den Flughafen Rostock-Laage vor.
Durch Klagen wurde zwischenzeitlich erreicht, dass dieses Verbot zumindest
teilweise außer Vollzug gesetzt wurde. "Polizei und Innenministerium
setzen ohne Not einfach Grundrechte außer Kraft, aber wir lassen uns das
Recht zu demonstrieren nicht nehmen", sagt Hanna Poddig von ROBIN WOOD.
In den vergangenen Wochen wurden immer neue Polizeimaßnahmen bekannt, die
der Einschüchterung und Abschreckung von G8-GegnerInnen dienen sollen:
angefangen bei den Groß-Razzien in Berlin, Hamburg und Bremen, über
Hausbesuche bis hin zum Einsatz von Stasi-Methoden wie Geruchsproben und
Kontrollen des Briefverkehrs ganzer Stadtbezirke.
"Die Mächtigen dieser Welt nutzen das ganze Arsenal des Polizei- und
Schnüffelapparats und verschanzen sich hinter einem millionenteuren
Zaun, weil ihnen als selbsternannte Weltregierung jede demokratische
Legitimation fehlt. Außerdem stößt ihre Politik auf grundsätzliche
Ablehnung in breiten Kreisen der Zivilgesellschaft - auch innerhalb der
Umweltbewegung", so Poddig.
Die wirtschaftlich stärksten Nationen der Erde -- USA, Kanada,
Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Russland -- ,
die sich jährlich zum G8-Gipfel treffen, zählen auch zu den größten
Umweltzerstörern. Obwohl diese acht Länder zusammen nicht einmal ein
Viertel der Weltbevölkerung stellen, sind sie für 43 Prozent des
Kohlendioxidausstoßes verantwortlich. Ein Umsteuern ist nicht in Sicht -
im Gegenteil. Entgegen den Vereinbarungen im Kyoto-Protokoll, ihren
Kohlendioxidausstoß gegenüber 1990 um 5,2 Prozent zu reduzieren, haben die
G8-Staaten ihn bis heute um 6,3 Prozent erhöht. "Angela Merkel und ihre
G8-Kollegen schreiben sich den Klimaschutz auf die Fahnen, aber machen
weiter wie bisher: neue Kohlekraftwerke und AKWs bauen, Autoindustrie und
Billigflieger päppeln, Wälder abholzen und Flüsse vertiefen", sagt Poddig.
"Diese verlogene neoliberale Politik führt uns geradewegs in die
Klimakatastrophe."
Wer diese Politik der Gewalt gegen Menschen und Umwelt nicht mittragen
will, hat während des G8-Gipfels die Gelegenheit, seinen Widerstand
deutlich zu machen. ROBIN WOOD ruft dazu auf, sich an der internationalen
Gegendemonstration am 2. Juni in Rostock sowie an weiteren vielfältigen
und fantasievollen Protesten zu beteiligen.
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin ROBIN WOOD, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Für Fotos und Filmmaterial von der Aktion wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.