Cottbus, 19. September 2007
Vattenfall setzt voll auf Klimakatastrophe
Neue Braunkohle-Abbaugebiete benannt / ROBIN WOOD-AktivistInnen halten Bäume im Lacomaer Teichgebiet weiterhin besetzt
Während die Baumbesetzung von ROBIN WOOD in der von Abbaggerung
bedrohten Teichlandschaft von Lacoma nahe Cottbus andauert, hat
Vattenfall gestern bekannt gegeben, welche weiteren Gebiete der Konzern
noch zerstören will, um dort Braunkohle abzubaggern. Rund 1000 weitere
Menschen würden dadurch ihr Zuhause verlieren.
Der Energieriese will drei weitere Tagebaue zur Fortsetzung seiner
klimaschädlichen Braunkohleverstromung in den Kraftwerken Jänschwalde und
Schwarze Pumpe in Angriff nehmen: Jänschwalde Nord, Bagenz-Ost und
Spremberg-Ost. Der Genehmigungsantrag für Jänschwalde-Nord soll bereits im
kommenden Jahr gestellt werden. Für den Tagebau würden nach 2020 die
Gemeinden Atterwasch, Grabko und Kerkwitz dem Erdboden gleich gemacht,
fast 1000 EinwohnerInnen würden dort vertrieben.
Derzeit betreibt Vattenfall drei Tagebaue in der Region, die -
zusätzlich zu den drei neu aufzuschließenden Gebieten -- erweitert
werden sollen. Einer davon ist der Tagebau Cottbus-Nord, für den gerade
die Lakomaer Teiche verschwinden sollen, wogegen zurzeit die ROBIN
WOOD-AktivistInnen in den besetzten Bäumen demonstrieren. Für einen
weiteren in Welzow-Süd sollen ab 2015 die Dörfer Proschim und Teile von
Welzow abgebaggert werden. Entsprechende Genehmigungsanträge für das
Teilfeld II hat Vattenfall im Juli dieses Jahres gestellt. Auch hier
würden dann noch einmal 1000 EinwohnerInnen ihre Heimat verlassen müssen.
In einem Braunkohle-Gutachten im Auftrag des brandenburgischen
Wirtschaftsministeriums waren sogar sieben neue potentielle Abbaugebiete
genannt worden. "Vattenfall verfolgt eine Salamitaktik. Die anderen
potentiellen Tagebaugebiete sollten sich nicht sicher fühlen, auch sie
stehen auf der Wunschliste von Vattenfall", sagt Daniel Häfner, Sprecher
der Initiativgruppe "Freunde von Lacoma", die die Baumbesetzung mitträgt.
"Die Verbrennung der Braunkohle aus den drei neuen Tagebauen würde so viel
Kohlendioxid emittieren wie die gesamte deutsche Industrie in einem Jahr.
Unsere Proteste in Lacoma sind auch Proteste gegen den Neuaufschluss von
Tagebau-Gebieten, gegen Landschaftszerstörung und Klimawandel."
Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD: "Vattenfall will offenbar
weiter aktiv an der Klimakatastrophe arbeiten. Diesen Plan wollen wir
durchkreuzen -- mit der aktuellen Baumbesetzung und weiteren Aktionen, die
folgen werden. Der Energie-Riese Vattenfall beginnt zu schrumpfen. Schon
über 100.000 Kunden sind ihm davongelaufen. Es ist die Sprache des Geldes,
die dieser Konzern versteht. Deshalb fordern wir alle auf: Geben Sie
Vattenfall ein klares Zeichen, dass Sie diese Politik auf Kosten von
Mensch, Natur und Klima nicht mittragen. Wechseln Sie zu einem
Ökostromanbieter!"
Peter Fromm, Sprecher von Vattenfall in der Lausitz, hatte bereits am
Montag dieser Woche, dem ersten Tag der Baumbesetzung, bei einem Besuch
vor Ort angekündigt, die Aktion am Dienstag beenden lassen zu wollen. Die
KletterInnen fanden seine Argumente wenig überzeugend und setzen ihre
Aktion bis auf weiteres fort.
Für Rückfragen:
Dirk Seifert, ROBIN WOOD-Energiereferent, Tel. 0171 / 835 95 15, energie@robinwood.de
Daniel Häfner, "Freunde von Lacoma", Tel. 0179 / 67 190 16
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Mehr Infos unter: www.robinwood.de/braunkohle